Direkt zum Inhalt
steuerberater-atlas.de
steuerberater-atlas.de
Familie & Kinder

Nachhilfekosten steuerlich absetzen: wann es möglich ist

Unterlagen für die Steuererklärung zu Nachhilfekosten mit Heften, Taschenrechner und Formularen auf dem Tisch
Nachhilfekosten sind nur bei außergewöhnlicher Belastung abziehbar, wenn Krankheit oder anerkannter Förderbedarf die Maßnahme medizinisch notwendig machen. · Symbolbild, mit KI erstellt.

Nachhilfekosten lassen sich in der Steuererklärung grundsätzlich nicht als normale Kosten für Kinderbetreuung oder Werbungskosten absetzen. Das Finanzamt erkennt Nachhilfe nur ausnahmsweise als außergewöhnliche Belastung an, etwa wenn Krankheit, Legasthenie oder ein anerkannter Förderbedarf die Nachhilfe medizinisch notwendig machen. Ohne ärztliches Attest oder amtliches Gutachten scheitert der Abzug fast immer.

Eltern fragen sich oft, ob sich Nachhilfekosten für ihre Kinder steuerlich geltend machen lassen – die Antwort fällt ernüchternd aus: In der Regel zählt Nachhilfe zu den Kosten der privaten Lebensführung und ist damit nicht absetzbar. Anders sieht es aus, wenn eine Lernschwäche oder Krankheit ärztlich bescheinigt ist; dann kann ein Abzug als außergewöhnliche Belastung gelingen. Wer sich generell für steuerliche Erleichterungen mit Kindern interessiert, findet in der Rubrik Familie & Kinder weitere Themen rund um Freibeträge, Betreuungskosten und Förderungen. Entscheidend ist stets die Abgrenzung zwischen freiwilliger Förderung und medizinisch notwendiger Therapie.

Kurz zusammengefasst: Klassische Nachhilfe zur Notenverbesserung zählt steuerlich nicht zu den absetzbaren Kosten. Nur bei nachgewiesener Krankheit, Legasthenie oder amtlich attestiertem Förderbedarf lässt sich ein Teil der Kosten als außergewöhnliche Belastung ansetzen – mit entsprechendem Nachweis und oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung.

Wann sind Nachhilfekosten steuerlich absetzbar?

  • Regelfall: Normale Nachhilfe zur Notenverbesserung ist nicht absetzbar.
  • Ausnahme: Bei Krankheit oder Legasthenie als außergewöhnliche Belastung möglich.
  • Nachweis: Ärztliches Attest oder amtliches Gutachten vor Beginn der Maßnahme erforderlich.
  • Abgrenzung: Kinderbetreuungskosten sind unter bestimmten Voraussetzungen anders geregelt als Nachhilfe.
  • Eigenbelastung: Außergewöhnliche Belastungen wirken erst oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung steuerlich.

Was genau gilt bei Nachhilfekosten steuerlich?

Nachhilfekosten entstehen, wenn Eltern zusätzlichen Unterricht für ihr Kind bezahlen, meist wegen schwacher Noten oder Prüfungsdruck. Steuerlich gehören diese Ausgaben grundsätzlich zu den Kosten der privaten Lebensführung, die nicht abziehbar sind. Der Gesetzgeber unterscheidet hier klar zwischen freiwilliger Förderung und medizinisch bedingter Therapie. Weitere Beiträge rund um den Familienalltag und die Herausforderungen des Elternseins finden sich auf Eltern-blog.

Wer Nachhilfe bucht, weil das Kind in Mathematik oder Englisch schwächelt, trägt diese Kosten wie andere Erziehungsausgaben selbst. Das gilt auch für digitale Lernhilfen: Früher unterstützte etwa die App Math42 Schüler bei Matheaufgaben, ohne dass solche Hilfsmittel steuerlich absetzbar wären. Erst wenn eine ärztlich diagnostizierte Störung wie Legasthenie oder Dyskalkulie vorliegt, öffnet sich die Tür zur außergewöhnlichen Belastung nach § 33 EStG. Dann zählt die Nachhilfe nicht mehr als Förderung, sondern als notwendige Heilbehandlung.

Wann lassen sich Nachhilfekosten überhaupt absetzen?

Ein Abzug ist möglich, sobald die Nachhilfe medizinisch notwendig ist und nicht der reinen Leistungssteigerung dient. Voraussetzung ist ein Attest, das vor Beginn der Maßnahme ausgestellt wurde und die Notwendigkeit begründet.

Das Finanzamt verlangt in solchen Fällen häufig ein amtsärztliches Gutachten, nicht nur eine Bescheinigung des Hausarztes. Wichtig ist der zeitliche Ablauf: Wird das Attest erst nachträglich eingeholt, erkennt die Finanzverwaltung die Kosten meist nicht an. Zudem muss die Belastung die zumutbare Eigenbelastung übersteigen, die sich nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl richtet. Nur der übersteigende Betrag wirkt sich steuermindernd aus.

Für welche Kinder und Fälle kommt ein Abzug infrage?

Betroffen sind in erster Linie Kinder mit diagnostizierter Lernstörung, etwa Legasthenie, Dyskalkulie oder ADHS mit Auswirkung auf die Schulleistung. Auch bei chronischer Erkrankung, die längere Fehlzeiten verursacht und Nachhilfe zum Aufholen erfordert, kann ein Abzug gelingen.

Reine schulische Schwächen ohne medizinische Ursache reichen nicht aus. Ebenso wenig genügt der Wunsch nach besseren Noten für ein Studium oder eine bestimmte Ausbildung. Die steuerliche Anerkennung hängt also nicht vom Alter des Kindes ab, sondern von der Ursache der Lernschwierigkeit. Wer unsicher ist, ob der eigene Fall passt, sollte die Diagnose frühzeitig dokumentieren lassen.

Wie werden Nachhilfekosten in der Steuererklärung angesetzt?

Anerkannte Nachhilfekosten trägt man in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung ein, zusammen mit Belegen über Zahlung und ärztlicher Notwendigkeit. Wichtig ist die vollständige Dokumentation aller Rechnungen und des Attests.

Wer sich generell einen Überblick über familienbezogene Steuervorteile verschaffen möchte, findet dazu ergänzende Informationen unter steuerlichen Vorteilen für Familien mit Kindern. Die Kosten werden mit anderen außergewöhnlichen Belastungen des Jahres zusammengerechnet und nur der Betrag oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung wirkt steuermindernd. Eine genaue Prüfung durch einen Steuerberater kann sich lohnen, da die Nachweispflichten streng sind.

Was ist der Unterschied zu Betreuung oder Schulgeld?

Kinderbetreuungskosten und Schulgeld folgen anderen steuerlichen Regeln als Nachhilfe. Betreuungskosten für Kinder bis zu einem bestimmten Alter sind unter Voraussetzungen als Sonderausgaben abziehbar, unabhängig von einer medizinischen Ursache.

Vergleich: Nachhilfekosten und Kinderbetreuungskosten
Merkmal Nachhilfekosten Kinderbetreuungskosten
Steuerliche Einordnung Meist private Lebensführung Sonderausgaben
Voraussetzung Medizinische Notwendigkeit erforderlich Betreuung, kein Krankheitsnachweis nötig
Nachweis Ärztliches oder amtliches Attest Rechnung und Überweisung
Regelfall bei Absetzung Ausnahme Regelmäßig möglich

Schulgeld an Privatschulen wird wiederum über einen eigenen Sonderausgabenabzug erfasst, der wieder anderen Regeln folgt als Nachhilfe oder Betreuung. Diese drei Kategorien sollte man nicht vermischen, denn die Finanzverwaltung prüft jede gesondert.

Welche Nachweise verlangt das Finanzamt?

Das Finanzamt verlangt bei Nachhilfekosten in der Regel ein vor Behandlungsbeginn ausgestelltes ärztliches oder amtliches Attest, das die medizinische Notwendigkeit belegt. Ohne diesen Nachweis wird der Abzug regelmäßig abgelehnt.

Ergänzend sind Rechnungen über die Nachhilfestunden und Zahlungsbelege vorzulegen, da reine Barzahlungen ohne Quittung selten anerkannt werden. Bei Rückfragen des Finanzamts lohnt sich ein Blick auf die eigenen digitalen Unterlagen, etwa über den ELSTER-Belegabruf, um zu prüfen, welche Daten bereits hinterlegt sind. Fehlt der Nachweis, bleibt nur der Weg über einen späteren Einspruch, der jedoch selten erfolgreich ist, wenn das Attest erst nachträglich erstellt wurde.

Quellen

Verwendete Quellen
Quelle Adresse
Wikipedia: Math42 de.wikipedia.org

Mehr zum Thema im Bereich Familie & Kinder · Passend dazu: Kindergeld oder Kinderfreibetrag: Was bringt mehr? · Steuerklasse wechseln: Wie oft das im Jahr erlaubt ist

Häufige Fragen zu Nachhilfekosten

Können Nachhilfekosten ohne Krankheitsnachweis absetzbar sein?

Nein, ohne ärztlichen oder amtlichen Nachweis erkennt das Finanzamt Nachhilfekosten in aller Regel nicht als außergewöhnliche Belastung an, da reine Leistungsförderung als private Lebensführung gilt.

Zählt Lerntherapie bei Legasthenie anders als normale Nachhilfe?

Ja, Lerntherapie bei diagnostizierter Legasthenie oder Dyskalkulie kann als medizinisch notwendige Behandlung anerkannt werden, sofern ein Attest vor Beginn der Therapie vorliegt und die Kosten die zumutbare Eigenbelastung übersteigen.

Gilt der Abzug für jedes Kind gleich?

Nein, entscheidend ist nicht das Alter, sondern die medizinische Ursache der Lernschwierigkeit; ohne diagnostizierte Störung bleibt der Abzug unabhängig vom Kindesalter ausgeschlossen.

Was passiert ohne rechtzeitiges Attest?

Fehlt das Attest vor Beginn der Nachhilfe, lehnt das Finanzamt die Anerkennung als außergewöhnliche Belastung meist ab, da die Notwendigkeit nicht rückwirkend belegt werden kann.

Können private und schulisch veranlasste Nachhilfe steuerlich verglichen werden?

Nur begrenzt: Beide Formen zählen grundsätzlich zur privaten Lebensführung, sofern keine medizinische Notwendigkeit vorliegt; schulisch organisierte Förderkurse ändern daran steuerlich nichts.

Fazit: Nachhilfekosten bleiben meist privat, Ausnahmen erfordern Nachweis

Nachhilfekosten sind in der Steuererklärung nur in Ausnahmefällen absetzbar, etwa bei Legasthenie oder chronischer Erkrankung mit ärztlichem Attest vor Behandlungsbeginn. Ohne diesen Nachweis bleibt der Abzug als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG ausgeschlossen. Wer unsicher ist, sollte Diagnose und Rechnungen sorgfältig dokumentieren und die zumutbare Eigenbelastung prüfen.

Stand: September 2026

Beitrag teilen:
Verfasst von

Miriam vergleicht Steuerprogramme, Buchhaltungstools und digitale Beratungsangebote und testet dabei mit ihren eigenen Daten, nicht mit Musterfällen. Sie nutzt ELSTER seit der ersten Version und hält es für das am meisten unterschätzte Werkzeug der deutschen Verwaltung. Werbeversprechen wie „Steuererklärung in zehn Minuten“ prüft sie mit der Stoppuhr.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.